Ich glaube, ich hatte es bereits erwähnt: Ich tue mich unglaublich schwer mit historischen Romanen. Ich weiß nicht, woran das liegt, aber wahrscheinlich hat jeder so seine Likes und Dislikes. Nun aber habe ich nach Das falsche Herz des Meeres wieder mal einen Roman gefunden, der mich meine Vorurteile gegenüber historischen Roman überdenken lässt und ganz nach meinem Geschmack ist: Vom anderen Ende der Welt heißt das Buch und geschrieben hat es Liv Winterberg.

Die Geschichte spielt in England, im späten 18. Jahrhundert. Seitdem ihr Vater bei einer Forschungsreise tödlich verunglückte, lebt die junge Mary Linley bei ihrer Tante, denn auch ihre Mutter ist schon viele Jahre tot. Ihre Tante möchte sie um jeden Preis und so schnell es geht verheiraten. Und das, obwohl Mary Linley davon träumt, als Botanikerin zu forschen und die Welt zu bereisen und eben das zu tun, was ihr Vater ihr gelehrt hatte. Denn von ihm wurde sie nicht nur in Botanik ausgebildet, sondern lernte auch vieles über Medizin.

Mary Linley sieht keinen anderen Ausweg und rennt fort, verlässt das Haus ihrer Tante – und begibt sich an Bord des Forschungsschiffes Sailing Queen. Dort will sie mit dem Botaniker Carl Belham und anderen Forschern auf Expeditionsfahrt gehen. Allerdings muss sie für ihren Traum ihre Identität aufgeben und sich als Mann verkleiden. Denn erst als sie sich als “Marc” ausgibt, erhält sie eine Stelle an Bord des großen Schiffes.

Der Alltag an Bord wird bestimmt von Tod und Krankheit. Und trotzdem glaubt Mary, ihrem Lebenstraum ein Stückchen näher gekommen zu sein. Doch dann verliebt sie sich und fragt sich, ob es so richtig war, ihre eigene Person zu verleugnen.

Ein mitreißendes Buch, das durch seinen spannenden Inhalt besticht, aber auch mit seiner tollen Aufmachung glänzt. Es enthält sogar eine Karte mit der Reiseroute der Sailing Queen und eine Übersicht der Charaktere. Vom anderen Ende der Welt lohnt hundertmal, gelesen zu werden! Hier könnt Ihr schonmal reinschnuppern. Okay, die Leseprobe ist kurz, das gebe ich zu. Aber eine Vorstellung vom Schreibstil der Autorin bekommt man schon.