Ich bin kein Vegetarier. Und ich werde wahrscheinlich auch nie einer sein. Ich mag Fleisch und Wurst, ich bin damit aufgewachsen. Käse gab es bei uns eher selten. Früher haben wir sogar selbst geschlachtet, für uns war das total normal.

Vor 2 Jahren habe ich mein Studium angefangen, ökologische Agrarwirtschaft. Ich lernte viel über Obst, Gemüse und über Tiere – besonders über ihre Haltung und Verarbeitung. Irgendwann stieß ich auf die PETA-Homepage (People for the ethical treatment of animals) und schaute mir einige Videos an. Über Schlachthöfe, Hühnerställe, Pelzfarmen, Elefanten in Zirkussen und Orang-Utans in Zoos. Alles versteckt gedreht.

Ich glaube, da kam es zum ersten Knackpunkt in meiner Ernährung. Fleisch gab es ab sofort nur noch ‘bio’, in meine heißgeliebten Zoos ging ich nicht mehr. Und dann empfahl mir eine Freundin auch noch “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer. Das war der zweite Knackpunkt. Durch dieses Buch wird man kein Vegetarier, nein. Man fängt auch nicht an, sich vor Fleisch zu ekeln. Man fängt eher an, sich Gedanken darüber zu machen, was wir so alles essen. Oder: wie viel wir eigentlich essen. Wie viel Fleisch es in den Supermarktregalen gibt und woher es wohl kommt. Ob ein Eisbär nicht eher durch den Schnee stapfen muss, als über Waschbeton zu laufen. Und ob Gorillas den Regenwald bevorzugen, anstatt hinter Glas zu sitzen.

Ein grandios recherchiertes Buch – kritisch, sachlich und sarkastisch zugleich. Ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe. Leider nichts für schwache Nerven, denn gleich auf den ersten Seiten wird einem leicht schlecht. Da gibt’s nämlich ein Rezept für Hundegulasch.

„Tiere essen“ gibt es auf Deutsch (Hardcover) beim Kiwi Verlag und auf Englisch (Taschenbuch) bei der Hachette Book Group.