Inhalt:


Gray gelang die Flucht. Nun befindet er sich mit anderen Rebellen auf dem Weg zu der totgeglaubten Gruppe A, die in einem jener Dörfer lebt, die Opfer des Laicos- Projektes wurden. Mit Hilfe der Überlebenden erhoffen sich die Rebellen Verstärkung im Kampf gegen Franks diktatorische Regierung. Die lange Reise fordert viele Opfer und ihr Ziel entpuppt sich alsbald als Grab. Um den Krieg gewinnen zu können, braucht Gray Verbündete, doch wem kann er wirklich trauen? Nach und nach fallen die Masken. Was dahinter zum Vorschein kommt, ist mehr als nur der Wolf im Schafspelz. Feind oder Freund? Leben oder sterben?

Meine Meinung:
Da hat er zugeschlagen, der Fortsetzungs-Teufel. Band 1 der Reihe um das Laicos-Projekt schuf ein solides Fundament. Die Idee konnte mich begeistern, der Schreibstil mitreißen. Zu kritisieren gab es zwar ein paar Dinge, aber der Vorgänger gefiel mir rückblickend wirklich gut. Wie es öfter der Fall ist, kann Teil 2 leider nicht mithalten.
Ihr könnt es euch in etwa wie eine Torte vorstellen. Der erste Teil entspricht dem starken Boden. In der Mitte, sinnbildend der zweite Teil, befindet sich oft das “Füllwerk”. Sahne, Creme, sucht es euch aus. Nun fehlt noch der stützende Belag, der dem Ganzen Halt gibt, aber so weit sind wir noch nicht. Was ich damit sagen möchte: Dieser zweite Teil scheint mir eben eher ein Lückenfüller zu sein. Kein gänzlich schlechter, aber man handelt ihn ab, um zum krönenden Abschluss zu kommen, dem Belag.
DasLand-Cover Temporeich und mitreißend. So erlebte ich den Stil von Autorin Erin Bowman bisher. In der ersten Hälfe des Buches war er alles andere als das, und ich musste mich teilweise selbst überreden, weiter zu lesen. Dahin war das lebendige Gefühl aus Teil 1 und Frust kam auf. Doch je näher ich der Buchmitte kam, desto schneller und mitreißender wurde auch der Schreibstil. Die Geschichte nahm endlich Fahrt auf. 

Die erste Hälfte der Geschichte lässt sich ziemlich genau mit einem Wort beschreiben. Wandern. Sie wandern. Und gehen. Marschieren. Laufen. Aber vor allem wird gewandert. So kam es mir zumindest vor. Paradox, da die Handlung dadurch starr und auf der Stelle tretend wirkte. Mir fehlte hier eindeutig eine Ladung Spannung und einfach etwas mehr Biss. Die Idee rund um das Laicos-Projekt gefiel mir nach wie vor sehr gut und bei einigen Rätseln ergaben sich interessante Auflösungen. Mit dem Fortschreiten der Seitenzahl steigerte sich das Tempo und die Geschichte konnte mich mitziehen. Schade nur, dass die Verteilung der Spannungspunkte so ungleich war. Nach schier endloser Stille wanderten wir schließlich in ein Kanonenfeuer und ab da überschlugen sich die Ereignisse. Die zweite Hälfte tröstete mich gewissermaßen über den langsamen Einstieg hinweg.

 Wie bereits in meiner Rezension zum ersten Teil angedeutet, enthält auch diese Buchreihe eine Liebesgeschichte, die im zweiten Teil weiter in den Vordergrund gerückt wird. Einige dürften nun mit den Augen rollen, aber ja, wir begegnen hier der berühmt berüchtigten 3er Konstellation mit dem feinen Unterschied, dass es dieses Mal ein junger Mann ist, der sich nicht entscheiden kann. Ob dies nun besser oder schlechter ist, sei mal dahingestellt, aber es bleibt das gleiche Schema. Mit Gray als Protagonist haben wir jedoch ein gutes Los gezogen. Er ist jung und ungestüm, dabei aber sympathisch. Das Liebes Hin und Her entlockte mir an mancher Stelle zwar ebenfalls ein Augenrollen, hielt sich aber im Vergleich zu manch anderen Geschichten dieser Art in Grenzen. 

Mit dem Ende bin ich sehr zufrieden. Es lässt mich, um noch einmal auf das Bild vom Anfang zurückzukommen, auf einen dicken Zuckerguss als Belag hoffen.

Fazit:
Alles in allem eine solide Fortsetzung mit Wander-Tour-Guide-Qualitäten. Die erste Hälfte der Fortsetzung von “Taken – Das erfrorene Land” von Erin Bowman wurde vor allem durch stetes Wandern geprägt, welches bei mir zwar nicht für müde Füße, allerdings für müde Augen sorgte. Angenehme Abwechslung bot die zweite Hälfte, die mich gut unterhalten hat. Protagonist Gray empfand ich in diesem Band insgesamt als markanter und einprägsamer als noch im Vorgänger, und das Ende lässt Hoffnung auf einen deutlich spannenderen dritten Teil aufkommen.

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