Inhalt:
Lena und Julian sind endlich zurück in der Wildnis. Hier sind sie vorerst in Sicherheit und alles könnte gut sein. Doch etwas zwischen den beiden hat sich verändert, und Lena spürt, dass sie eigentlich zu Alex gehört. Aber auch Alex ist nicht mehr der, den sie immer geliebt hat, und wirkt seltsam abweisend. Hana dagegen, Lenas Freundin von früher, führt ein ruhiges und geordnetes Leben ohne Liebe mit dem für sie ausgewählten Partner. Und während die Rebellen alles für den entscheidenden Angriff auf Portland vorbereiten, muss sich Lena ihrer Vergangenheit stellen.

Meinung:
Endlich ist es soweit! Der dritte und von mir so sehnsüchtig erwartete 3. und finale Band der wunderbaren Amor-Trilogie ist erschienen und bei mir eingezogen. Vom ersten Band war ich so überzeugt und begeistert, dass ich es kaum erwarten konnte, den nächsten zu lesen. Den fand ich etwas schlechter, da ich ein großer Fan von Alex bin und deswegen Julian nicht so mochte. Außerdem fand ich den mittleren Teil etwas trocken. Und nun: Der dritte Band. Was denkt ihr? Mag ich ihn? Liebe ich ihn? Oder bin ich enttäuscht? Das deutsche Cover von allen drei Bänden finde ich um so viel schöner als die der amerikanischen Ausgaben. Bei diesem Band ist das Cover in Gelb gehalten und überall ist das Wort “Freiheit” hingekritzelt, anders als beim ersten Band (“Liebe”) und beim zweiten (“Kampf”). Ich persönlich finde das Gelb nicht so schön, aber dafür ist das Buch selbst so schön golden! Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde die deutschen Cover um so viel hübscher! Großes Lob an die Gestaltungsabteilung beim Carlsen Verlag! Hier mal ein Vergleich:

Lauren_Oliver_Cover_klein

Die Charaktere:
Mit Lena bin ich eigentlich immer gut ausgekommen. Ich fand sie nicht übertrieben naiv oder nervig, ganz im Gegenteil – ich mochte sie, sie war mir sympathisch! Ihre Verwandlung vom scheuen Mädchen, das alle Regeln einhält bis zur tapferen Widerstandskämpferin, die sich traut, ihre Meinung zu sagen, ist schön zu beobachten. Ihre Liebe zu Alex kommt sehr deutlich rüber und man merkt, dass sie sie verändert. Und nach der Begegnung am Ende des 2. Bandes ist sie verwirrt, geschockt, aber auch unglaublich erleichtert, dass er noch lebt, auch wenn er sich abweisend und hart ihr gegenüber verhält.
Ihren Charakter fand ich gut ausgebaut und auch realistisch, sowie lebendig.

Alex hat mich von Anfang an fasziniert. Na klar, er ist ein Klischee. Ich meine, wie viele Bücher gibt es, in denen es um eine dystopische Handlung und eine verbotene Liebesbeziehung geht? Ich könnte mindestens zwei Dutzend aufzählen. Aber die Liebe zwischen Lena und Alex ist trotzdem nervenaufreibend, zart, knisternd und unglaublich gefühlsvoll. Und deswegen kann ich auch nicht genug von ihr bekommen. Alex selbst ist ein tiefgründiger und sympathischer Charakter, der im 3. Band nur noch geheimnisvoller erscheint. Sein Verhalten hat mich im ersten Moment so sehr verwirrt, dass ich erst mal eine Weile über ihn nachdenken musste. Aber irgendwann im Laufe des Buches, wird einem der Grund für sein Verhalten so klar, dass man Lena am liebsten umbringen würde dafür, dass sie etwas Entscheidendes nicht merkt. Mit Julian bin ich nicht so schnell warm geworden. Ich empfand ihn im 2. Band als Keil, der sich zwischen unsere Turteltäubchen drängen will. Er war auch einer der Gründe, deshalb ich dem Buch nur 4 von 5 Herzchen gegeben habe. Aber jetzt sehe ich ihn in anderem Licht.

Ich bin mir irgendwie erst jetzt bewusst geworden, dass Julian Lena wirklich liebt und dann mochte ich ihn irgendwie. Ich hab sogar für einen Moment überlegt, ob er nicht der bessere Partner für Lena wäre, aber dann hab ich mir gedacht: Aber ich mag ihn trotzdem. Er ist nett, lieb und ich würde ihn am liebsten knuddeln, weil er sich so sehr um Lena bemüht.

Keep_calm_klein

Der Schreibstil ist so gut und berauschend wie immer. Mal im Ernst, ich bin ja sowieso eine schnelle Leserin, aber 400 Seiten in anderthalb Tagen? Das ist nicht mal normal für mich! 😀 Erzählt wird die Geschichte aus zwei Sichten: Aus Lenas, wie gewohnt, aus der Wildnis und aus Hanas, die auch ein wenig von ihren Problemen erzählt und für den Plot ziemlich wichtig ist. Die Wechsel finde ich normalerweise ziemlich störend, weil es meinen Lesefluss immer stört. Aber diesmal ist es mir gar nicht besonders aufgefallen, weil ich wie besessen mit Lena mitgefiebert hab… Bis jetzt alles gut. Die Charaktere, die Geschichte: alles perfekt. Und jetzt, meine Liebsten, komme ich auf die letzten zwei Seiten zu sprechen. Die zwei Seiten, die mich verwirrt, zerbrochen und vor allem zutiefst unzufrieden zurückgelassen haben. Ich möchte nicht verraten, was passiert, bzw. eher nicht passiert (Insider für die, die “Requiem” schon gelesen haben), aber das ist der Grund, wieso ich nur 4 von 5 Herzchen vergeben kann, obwohl es wirklich 5 verdient hat.

Mein Fazit:
Wenn ihr die Reihe schon angefangen habt, dass lest natürlich auch den letzten Band. Auch wenn er euch wahrscheinlich, genauso wie mir, das Herz brechen wird. Und für alle, die sich schon auf die Serie, die auf “Delirium” basiert, gefreut haben: Sie wird nicht weitergeführt. Jedenfalls wollte Fox nicht mal die Pilotfolge ausstrahlen. Jetzt hat es eine Kampagne bei Twitter gegeben, damit ein anderer Sender die Serie ausstrahlt!

Eckdaten:

Lauren_Oilver_klein

Autorin: Lauren Oliver

Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet. Lauren Oliver lebt in Brooklyn.
Titel: Requiem
Seitenanzahl: 400 Seiten
Verlag: Carlsen

[button url=”https://www.mein-lesetipp.de/shop/requiem-amor-trilogie-band-3/” align=”right” color=”green” ] Requiem bei Amazon kaufen [/button]