Erster Satz:
“Als der Wolf das erste Mal von mir Besitz ergriff, war ich acht.”
Meine Rezension:
Du bist dein ganzes Leben auf der Flucht…du fliehst nicht vor einem Feind, nein, sondern vor dir selbst…

Als Frost zum ersten Mal merkte, dass sie einen Wolfsdämon in sich trug, veränderte sich ihr Leben schlagartig. Ab ihrem achten Lebensjahr waren sie und ihre Mutter nirgendwo gerne gesehen, Liebe und Geborgenheit hat Frost seitdem selbst von ihrer Mutter nicht mehr erfahren, denn immer, wenn sie verletzt wurde oder starke Gefühle empfand, erwachte in ihr der Wolfsdämon und ließ sie zu einem brutalen und gefährlichem Wesen werden, behält dabei aber ihre Menschengestalt.
Nun lässt die 17- jährige Frost keinen mehr an sich heran, um keinen zu gefährden, denn sie kann den Wolf nicht bändigen. Auf der Flucht vor sich selbst und einem Neuanfang trifft sie auf die Bergwächter Luca und Arian. Nach kurzem Zögern schließt sie sich ihnen an, aber bleibt noch immer auf Distanz…

Die Protagonistin Frost erscheint schon von Beginn als eine wachsame, selbstbewusste und starke Person, auch wenn ihr selbst das vielleicht nicht so ganz klar ist, denn sobald es ihrer Meinung brenzlig wird, läuft sie davon. Gleichzeitig wirkt sie unnahbar, aber bleibt man hartnäckig wie Luca, öffnet sie sich langsam und gewinnt Vertrauen.
Luca, der Heeresführer der Bergwächter, leitet sein Heer menschlich und bringt seinen Kriegern Vertrauen entgegen, er nimmt jeden auf, von dem er überzeugt ist, dass das Heer eine Familie für diese Person sein kann. So auch nimmt er sichFrost an. Dem Leser wird schnell klar, dass hinter seinen zeitintensiven Übungen mit Frost tiefe Gefühle stecken. Er macht ihr immer wieder deutlich, dass er nichts von dem hält, was sie von sich selbst denkt. Das Ziel des Heeres ist es, dass sie die Aufrüher, eine feindliche Gruppe Krieger, vertreiben, damit die Berge des Königreiches wieder sicher sind.
Arian, Leutnant des Heeres und Bruder von Luca, tritt als Gegenteil von Luca auf, er wirkt auf den ersten Blick brutal und unausstehlich. Sein Verhalten verschärft sich noch, als Frost sich dem Heer anschließt. Doch mit dem Fortschreiten der Handlung lernt man ihn besser kennen und bekommt ein ganz anderes Bild von sich.

Frostbluete

Die Liebesgeschichte in diesem Buch ist zart, leicht und natürlich. Der Leser nimmt den Liebenden ihre Gefühle ab, da sich die Beziehung gemächlich und gefühlvoll entwickelt. Nichts wird überstürzt, Frost ist nicht die Teenagerin, die sich sofort an jeden gut aussehenden Mann heranschmeißt.

Einige Elemente der Handlung waren vorhersehbar, jedoch gab es zum Ende hin Wendungen, mit der man überhaupt nicht gerechnet hätte. Besonders gegen Ende wächst Frost über sich hinaus und man ist stark beeindruckt von ihr!

Geschrieben ist das Buch aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheit der Protagonistin Frost. Zwischen den Kapiteln sind unterschiedlich lange kursiv gedruckte Passagen, die einen Einblick in Frosts Kindheit ermöglichen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr fantasievoll und ausgeschmückt. Mit vielen Bildern schafft sie es, eine tolle Welt zu erschaffen. Auf der einen Seite enthält die Geschichte Fantasyelemente, jedoch fällt hin und wieder auf, dass auch ‘moderne’ Aspekte in die Geschichte eingeflossen sind, so driftet die Geschichte nicht in die High-Fantasy ab.

Fazit:
“Frostblüte” ist ein gut gelungenes Fantasybuch. Von der Autorin war es mein erstes Buch und sie hat mich mit ihrem tollen Schreibstil sehr beeindruckt. Auch ihre gute und bewegende Geschichte konnte mich begeistern.
4,5 von 5 Punkten

Auf meinem Blog gibt es noch viele weitere Rezensionen, überwiegend zu Jugendbüchern!

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