Klappentext: “Die Mondflutbrücke liegt tief unter der Ozeanoberfläche. Aber alle zwölf Jahre erhebt sie sich aus den Fluten und verbindet die beiden Kontinente Yuros und Antiopia. Zweimal schon hat Yuros seine Armeen von Kriegern und Magiern über die Brücke geführt, um das Nachbarreich zu unterwerfen. Jetzt naht die dritte Mondflut, und der Westen rüstet sich zum finalen Schlag. Aber es sind drei unscheinbare Menschen – ein gescheiterter Magie-Schüler, eine Spionin und Mörderin, die ihr Gewissen entdeckt, und ein einfaches Marktmädchen –, die über das Schicksal der Welt entscheiden werden …”

Inhalt: Auf dem Kontinent Yuros bereitet sich der junge Alaorn Meiros gerade auf seine Abschlussprüfung vor, durch die er endlich zum richtigen Magus wird und die Gnosis, die magischen Kräfte, offiziell benutzen darf. Doch bei den Lehrern und Mitschülern ist er als Viertelblut-Magus nicht sonderlich beliebt. Währenddessen ist seine Tante Elena auf dem Kontinent Antiopia, um die Königsfamilie von Javon zu beschützen. Weiter im Süden in Lakh muss sich die junge Kaufmannstochter Ramita von ihrer großen Liebe Kazim verabschieden um einen alten Mann zu heiraten, der ihrem Vater Unmengen an Geld geboten hat. Auf alle drei warten große Prüfungen, vor allem da in einem Jahr die Leviathanbrücke, die beide Kontinente miteinander verbindet, wieder aus den Fluten des Ozeans auftauchen und Krieg zwischen den Völkern mit sich bringen wird.

MeinLeseTipp-Cover-Die-Bruecke-der-GezeitenMeine Meinung: “Ein Sturm zieht auf” ist der erste Band von David Hairs Reihe um die “Brücke der Gezeiten”. Doch wie auch bei anderen Fantasy-Reihen, wurde das Original hier wieder in zwei Bücher gesplittet. Dieses Buch erzählt also nur die erste Hälfte der ersten Geschichte in dieser Reihe und endet dementsprechend auch mitten im Buch. Einen richtig fiesen Cliffhanger gibt es meiner Meinung zwar nicht, doch wen solche offenen Enden stören, sollte lieber auf den Juni warten, bis die zweite Hälfte auch im Deutschen erscheint, um die beiden Bücher dann an einem Stück zu lesen.

In der Geschichte gibt es die beiden Kontinente Yuros, im Norden, und Antiopia, im Süden, die durch eine Brücke miteinander verbunden sind, welche sich aber nur alle 12 Jahre aus dem Ozean erhebt. Dies hat jedes Mal zu einem Krieg zwischen den beiden Kontinenten geführt, weswegen sich im Buch, welches 1 Jahr vor dem neuerlichen Auftauchen der Brücke spielt, beide Kontinente für einen neuen Krieg vorbereiten. Erzählt werden verschiedene Handlungsstränge, die in diesem Teil noch nicht ganz zusammengeführt, aber mit der Zeit deuten sich ein paar Zusammenhänge an.

Die Magierin Elena arbeitet als Doppelagentin in Javon (auf Antiopia) und beschützt offiziell die Kinder des Königs. Anfangs mag sie vielleicht noch ein wenig kalt und abgebrüht erscheinen, doch ich habe sie schnell ins Herz geschlossen. Toll an ihr fand ich, dass sie nicht allmächtig ist, sondern ihre Gegner eher durch ihren Kopf und Verstand besiegt. Alaron Merser lebt in Norostein auf dem Kontinent Yuros und steht kurz vor seiner Prüfung zum Magier. Für seine Abschlussarbeit hat er sich, trotz aller Warnungen, ein sehr heikles Thema ausgesucht. Bei ihm konnte ich mich immer nicht so ganz entscheiden, ob er mir nun sympathisch sein soll oder nicht. Einerseits setzt er sich zwar für seinen Freund Ramon ein und zeigt auch Mitleid, doch andererseits ist sein Zukunftswunsch der Kampf im aufziehenden Krieg, wofür er nicht unbedingt meine Zustimmung bekommen hat. Im Süden Antiopias ist Ramita in Lakh als Tochter eines recht gut verdienenden Kaufmanns in dem Wissen aufgewachsen, dass sie den Sohn seines Blutsbruders heiraten wird. Sie war mir ziemlich sympathisch, wenn sie auch, als fügsame Tochter, sehr viel Ungerechtigkeit auf sich nehmen musste. Hier bin ich gespannt, was sie im weiteren Verlauf der Reihe noch für eine Rolle spielen wird.

In der Reihe wird eine komplexe Fantasygeschichte aufgebaut, welche durch die vielen neuen Namen, Religionen und Begriffe den Einstieg ein wenig erschwert. Doch hierfür gibt es einen ziemlich umfangreichen Anhang, der unter Anderem ein Personenverzeichnis und eine Übersicht der verschiedenen Religionen und Magielehren enthält. Hier hätte ich mir nur ein noch etwas umfangreicheres Glossar gewünscht, denn manche Begriffe waren mir dann doch nicht so geläufig, wie wohl erwartet wurde. Anfangs habe ich noch ziemlich viel im Glossar geblättert, was aber ab dem zweiten Kapitel recht schnell wieder abgenommen hatte.

Mein Lesefluss im Buch hat immer mal wieder gewechselt. Manche Passagen ließen sich wirklich leicht und schnell lesen, dann kamen wieder welche, wo ständig zwischen Vor- und Nachnamen gesprungen wurde, was mich dann verwirrt und natürlich gebremst hatte. Außerdem gab es manche Sachen, wie zum Beispiel die Luftschiffe, bei denen ich mir einfach ein paar mehr Erklärungen, wieso und weshalb manche Sachen so sind, gewünschte hätte. So war an manchen Stellen die Notwendigkeit der Brücke einfach nicht so klar zu erkennen. Auch waren die Passagen, in denen zum Beispiel Ramitas Vater oder ihr zukünftiger Ehemann aus der Vergangenheit erzählten, zwar sehr interessant, doch durch die langen Absätze ließ meine Konzentration an diesen Stellen schnell nach.

Fazit: David Hairs Einstieg “Ein Sturm zieht auf” in die Reihe um die “Brücke der Gezeiten” bietet eine eigentlich spannende Geschichte, die aber durch ein paar fehlende Erklärungen manchmal nicht ganz verständlich war. Auch war es an manchen Stellen etwas langatmig, so dass ich für diesen Auftakt nur 3,5 von 5 Sternen vergebe. Wer komplexe Welten mit viel Magie mag, sich an Parallelen zur Realität nicht stört und über ein paar Unklarheiten hinwegsehen kann, sollte hier gut aufgehoben sein.

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