“Ich hatte früher die Kassetten.”, sagte ein Kumpel von mir. Eine Freundin meinte “Den Film habe ich geliebt.”. Gemeint war “Momo“. Und wir alle drei hatten gemein, dass wir zwar Film und Kassetten von Momo kannten, uns aber nicht mehr an das Buch erinnern konnten. Erst begann ich, bei YouTube nach Filmausschnitten zu suchen.

Da waren sie wieder, die Grauen Herren (sogar heute noch, viele Jahre später, läuft es mir beim Anblick eiskalt den Rücken runter). Und Beppo Straßenkehrer! Und Gigi Fremdenführer! Und welche Diskussionen ich früher mit meinen Eltern führte, weil ich unbedingt eine Schildkröte habe wollte, so wie Momo. Klar, sie sollte Kassiopeia heißen. Als ich mich an all´das erinnerte, wollte ich mehr wissen. Unbedingt und sofort. Und am nächsten Morgen war das Buch dann durchgelesen.

Das Märchen von Momo ist zeitlos. Und das, wo es sich doch im Wesentlichen um Zeit dreht. Zeit, die den Bewohnern der großen Stadt von unheimlichen Grauen Herren geraubt wird. Mit ihrer Zeit-Sparkasse nehmen sie den Menschen alles, was ihnen früher einmal Spaß machte. Im Frisörsalon bedient Herr Fusi seine Kunden mittlerweile in Windeseile, weil er von dem kleinen Plausch absieht, den er sonst mit seiner Stammkundschaft hielt. Beppo Straßenkehrer fegt die Straßen nun sogar auch nachts, denn es heißt, das spare Zeit. Auch Gigis Stadtführungen sind nicht mehr ausgeschmückt und bunt wie früher.

Aus Mangel an Zeit lassen sie sich auch immer seltener bei Momo blicken. Dem Mädchen, das in den Ruinen eines Amphitheaters lebt und ihnen sonst so eine gute Zuhörerin war.

Wie Momo versucht, die Menschen der Stadt zu retten und ihnen die gestohlene Zeit zurückzuholen, solltet Ihr lesen. Denn die Geschichte regt zum Nachdenken an und läd zum Träumen ein. Eine wunderbare Mischung, wie ich finde.

Momo ist als Taschenbuch im Carlsen Verlag erschienen. Und ich hatte es bereits vor Weihnachten vorgestellt und auch verlost. Deswegen schlummern hier unter dem Artikel auch noch Kommentare, die sich alle um das Thema “Zeit” drehen. Also nicht wundern. Ich wollte sie da stehen lassen. Ist so schön philosophisch. Genauso wie Momo eben.

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