Der liebe Blogger und Autor Michael Modler hat neulich in einem Blogpost sehr fantasievoll vorgestellt, wie sein Schreibprozess für sein Buch Auf der Suche nach Buddha ausgesehen hat. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch! Ja, Ihr habt alle richtig gehört. Ein echtes richtiges Buch. Michael hört die Surrealität trapsen, aber ich als Fan seiner e-Books höre mehr ein weiteres Buch in mein Bücherregal wandern.

Seine grafische Darstellung des Schreibens und Scheiterns und auch Nicht-Scheiterns (eine schöne Ergänzung zu dem Blogartikel übers Scheitern hier auf Mein Lesetipp) hat mich nachdenklich gemacht. Verhält sich dieses “Irgendwann schreibe ich mal ein Buch” genau so wie “Irgendwann baue ich ein Haus / Irgendwann reise ich um die Welt / Irgendwann bekomme ich Kinder”? Letzteres basiert im besten Fall auf einer längeren, halbwegs stabilen Beziehung und in jedem Fall auf 9-10 Monaten Wartezeit auf den Storch. Wenn dem Bücherschreiben eine ähnliche Zeitrechnung zugrunde liegt, tickt dann da nicht schon meine Uhr und die aller derer, die mindestens einen, wenn nicht zwei Titel in Bestseller Listen einbringen wollen? Tick tick tick…

Weiterhin musste ich mich fragen: Wie stelle ich das eigentlich an, dieses Schriftstellern? Ich denke, wir sind uns einig, dass die Idee da sein muss. Zumindest ein Hauch davon. Die Geschichte selbst – sofern sie nicht biografisch oder autobiografisch ist – entsteht, wächst und verändert sich mit dem Schreibprozess. Von der ersten Idee über die neue Idee bis hin zur druckfrischen Erstausgabe herrschen Frustation, Angst, Selbstzweifel, Scheitern. Aber auf der andere Seite stehen Erleichterung, geistiger Reichtum, Befriedigung, Liebe zur Beschäftigung. Ich stelle mir das unglaublich anstrengend vor. Tick tick tick…

Und die Idee – manchmal kommt es mir so vor, als hätte es wirklich alles schon einmal gegeben. Als könnte ich gar nichts weltbewegendes mehr zur Literaturlandschaft beitragen. Einen Harry Potter kann es nur einmal geben.

Aber: mich gibt auch es nur einmal. Euch ebenfalls. Und das, was ich zu sagen habe, gibt es nur einmal. Ich will für mich nicht beanspruchen, das Rad neu zu erfinden. Aber alles, was aus dem Herzen kommt, was man mit seinen Worten zeichnet und was nicht nicht böswillig abgekupfert ist, ist einzigartig. Und vor allem ist es wert, gehört und gelesen zu werden.

Tick tick tick…

Eure nachdenkliche Viki vom Mein Lesetipp-Team