Und, seid Ihr auch einer dieser Leser, die unter dem Ex-Buch-Syndrom leiden? Oder wisst Ihr gerade nicht, was ich meine? Ich erzähle es Euch! Die gute Nachricht vorweg: Das Syndrom ist nicht tödlich und nicht ansteckend. Die schlechte Nachricht: Es gibt bisher noch kein anerkanntes Gegenmittel und man kann sich mehrere Male infizieren.

Buch und Leser – eine waschechte Beziehung!

Mit Büchern ist es irgendwie ein wenig wie mit einem Partner in einer Beziehung – oder? Manchmal finde ich ein hübsches Buch – ohne es zu suchen. Es steht einfach zwischen 1.000 anderen Exemplaren und sticht mir trotzdem direkt ins Auge. Ich ziehe das Buch neugierig aus dem Regal, drehe es um und lese den Klappentext. “Könnte das Buch zu mir passen – könnten wir zwei harmonieren?”, frage ich mich im Stillen. Um das herauszufinden, schaue ich mir das Cover nochmal genauer an, betrachte den Titel und lese ein wenig in der Mitte des Buches. Gut – Thema, Schreibstil, Cover. Passt. Das Buch darf mit zu mir nach Hause. (So, oder so ähnlich habe ich wohl auch meinen Freund kennengelernt!)

Ist die Zeit reif, hole ich das Buch aus der Tasche. Stolz wie Oskar, wieder einen neuen Schatz gefunden zu haben, beginne ich eifrig mit dem Lesen. Aber die ersten Seiten sind schwierig und irgendwie zäh. “Komisch”, denke ich dann,  “in der Buchhandlung hat mir die Geschichte doch noch so gut gefallen!”. Tja, so ist das eben am Anfang einer Beziehung  – manchmal ist es eben nicht so einfach wie gedacht! Aber davon lasse ich mich nicht unterkriegen. Ich wollte das Buch, jetzt muss ich damit klarkommen! Seite für Seite lerne ich die Protagonisten kennen, die Schauplätze, die Konflikte und tauche ganz und gar ab – bin Teil des Buches und das Buch ein Teil von mir. Die Beziehung scheint perfekt – bis es da ist, das Ende bzw. die letzte Seite.

Das Ex-Buch-Syndrom und woran Ihr es erkennt!

Nachdem ich das Buch dann zur Seite gelegt habe, dämmert es mir: Die Geschichte ist vorbei! Es fühlt sich an, als hätte das Buch Schluss mit mir gemacht. Was nun tun, um das Elend aufzuhalten? Ich habe schon mehrere Bücher einfach direkt nochmal gelesen, wollte die Trennung nicht akzeptieren – aber das Ex-Buch-Syndrom hatte ich trotzdem. Ich habe um mein Buch getrauert und lange hatte kein Buch bei mir eine Chance, weil mein Ex-Buch einfach perfekt schien!

Ja, als Leser trauert man, wenn ein Buch beendet ist. Und wenn es ein besonders bewegendes, ergreifendes Buch, eine Trilogie oder gar eine ganze Reihe war, dann fällt der Abschied einfach richtig schwer.

“Als Leser neigt man schnell dazu, nach einem richtig guten Buch alle nachfolgenden Bücher mit diesem einen, wundervollen Buch zu vergleichen – wie bei einem Ex-Freund! (Daher hat das Syndrom auch seinen Namen.) Und wenn Ihr genau dies schon mal gemacht habt, Euer aktuelles Buch an dem vorherigen zu messen, dann hattet Ihr bereits mindestens ein Mal das Ex-Buch-Syndrom!!!”

Ein gebrochenes (Buch)Herz wird nur durch eine neue (Buch)Liebe geheilt.

Und da sind wir wieder beim Gegenmittel gegen das Ex-Buch-Syndrom: Ein neues Buch, auch wenn es schwerfällt. Man sollte den folgenden Büchern eine Chance geben und das Buch, welches das Ex-Buch-Syndrom verursacht hat, als Besonderheit wertschätzen. Nicht viele Geschichten und Autoren haben das Zeug dazu, Euch dieses Syndrom zu verpassen und deswegen sind diese Bücher echte Schätze. Dies zu begreifen hilft!

Und jetzt die Karten auf den Tisch: Welches Buch hat bei Euch das Ex-Buch-Syndrom ausgelöst?

Ich bin gespannt auf Eure Antworten, wie Ihr mit der Situation umgegangen seid!

Liebe Grüße,

Eure Kim vom Mein-Lesetipp-Team!