Als ich „Ein anderes Paradies“ durchgelesen hatte, hatte ich gemischte Gefühle. Auf ungefähr 400 Seiten erzählt Chelsey Philpot die Geschichte von Charlotte Ryder, die durch eine glückliche Begegnung Zugang zu der Welt der High Society erhält.

Als Charlotte eines Nachts Julia Buchanan hilft, freunden sich die beiden daraufhin an. Julia ist die Tochter des ehemaligen Senators von Massachusetts, weshalb sie zu einer reichen und einflussreichen Familie gehört.

In dem Buch steht vor allem die Freundschaft zwischen Julia und Charlotte im Vordergrund. Diese wird so tief, dass Charlotte ihre ursprünglichen Freunde vernachlässigt und schließlich ganz mit ihnen bricht.

Nach und nach lernt man dann die Familie von Julia kennen, die sie herzlich in ihre Familie aufnehmen. Sie glauben, Charlotte habe einen guten Einfluss auf Julia. Außerdem erfährt man, dass Julia eine ältere Schwester hatte, die bei einem Autounfall ums Leben kam. Recht schnell bemerkt man, dass die Familie noch nicht wirklich über den Tod hinweg ist und dass sie sich eine Fassade aus Feiern und scheinbarer Freude aufgebaut haben. Besonders Julia wirkt sehr traurig und teilweise zerbrochen aufgrund des Todes ihrer Schwester. Diese Gefühle versucht sie mit ihrer scheinbaren Lebensfreude und Albernheit zu überspielen, um so ihre Umwelt zu täuschen. Im Laufe der Geschichte, verliebt sich Julia in Sebastian, Julias Bruder. […] Eine Zeit lang wirkt es, als wäre Charlotte im Paradies, doch nach und nach erfährt sie, dass die Familie ein Geheimnis hütet. […]

Im Allgemeinen finde ich, dass es ein sehr gelungenes Buch ist, da es schön und flüssig geschrieben ist. Allerdings gibt es auch negative Aspekte zu erwähnen:
Teilweise gibt es gewaltige Zeitsprünge, die nicht wirklich einleitet werden, so dass es manchmal eine Zeit braucht, bis man merkt, dass schon ein paar Tage oder Wochen in der Handlung vergangen ist. Meiner Meinung nach entsteht somit ein Bruch in der Geschichte und man muss sich erst einmal wieder einlesen.
Was mir persönlich auch nicht so gefiel, war, dass Julia und ihre Familie sehr oft Französisch gesprochen haben. An sich ist es ja nicht schlimm. Allerdings wird es nur sehr selten übersetzt. Da mein Französisch-Unterricht schon eine Weile her ist und mein Französisch schon ein wenig eingerostet ist, musste ich oft im Französisch-Lexikon blättern oder im Internet suchen, um zu verstehen, was gesagt wird. Das unterbricht den Lesefluss enorm und nach einer Weile stört es dann doch.
Was mich verwirrt hat (aber nichts Schlechtes war), waren die knapp dreißig „Zwischenkapitel“ (So nenne ich sie jetzt mal), die im Prinzip zusammenhanglos im Buch verteilt wurden. Diese Kapitel lassen einen aber noch ein wenig tiefer in die Geschehnisse eintauchen.

Ich persönlich denke auch, dass diese Geschichte weniger von Charlotte als von Julia handelt. Julia steht ganz klar im Mittelpunkt und wir erfahren Julias Geschichte quasi durch eine dritte Person. In diesem Falle Charlotte. Von Anfang an hat sich in dem Buch alles um Julia gedreht. Es wirkt so, als würde Charlotte immer abhängiger von Julia. Als sie Julia kennenlernt und immer weiter in ihr Leben eintaucht, wirkt alles bunt und schillernd. […]

Ich denke dieses Buch soll uns schonungslos das Leben zeigen. Das Leben wie es wirklich ist und nicht als Paradies. Es soll uns auch lehren, dass Menschen, die alles haben und glücklich aussehen, in ihrem tiefsten Innern zerbrochen und unglücklich sein können.
Gerade wegen dieser Lehre gefällt mir dieses Buch gut. Es ist etwas anderes und nicht wie viele Geschichten, die nur von Glück handeln. In denen alle Glücklich sind. Diese Geschichte zeigt uns das Glück und die Träume. Sie zeigt uns aber auch die Vergänglichkeit. Das Glück kann schnell beendet sein, genauso wie ein Leben schnell enden kann. Allerdings zeigt uns die Geschichte auch ein wenig Hoffnung.

Ein-anderes-Paradies-0Rebecca Baumgartner empfiehlt Ein anderes Paradies jedem, der Lust auf eine etwas andere Geschichte hat.

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