Die Romanvorlage zu dieser Graphic Novel von Anike Hage wurde 1987 veröffentlicht. Die Autorin von Die Wolke heißt Gudrun Pausewang und ihr Motiv zum Buch hieß damals Tschernobyl. Ich kann mich noch ganz genau an den 26. April 1986 erinnern. Ich war noch sehr klein und habe nicht viel von der Katastrophe verstanden, aber an der dauerhaft gekräuselten Stirn meines Vaters und an seinem hektischen An-der-Zigarette-Ziehen an jenem Tag im April merkte ich sehr wohl, dass etwas unglaublich Schlimmes passiert sein musste.

In den Jahren danach stand  Die Wolke wohl auf dem Pflichtprogramm eines jeden Deutsch-, Gesellschafts- oder Sachunterrichts. Erzählt wird die Geschichte der 14-jährigen Janna-Berta, die durch einen Reaktorunfall zu einem Strahlenopfer wird. Es ist ein erdrückendes und schlimmes Szenario, das da erzählt wird und das fast jede Vorstellungskraft sprengt. Und doch haben die letzten Tage gezeigt: So schlimm es auch ist, so ist dieser Schrecken auch sehr realistisch.

Anike Hage hat auf Basis des numehr fast 25-jährigen Romans  eine Graphic Novel gezeichnet. Ich habe das Buch vor etwa einem Jahr hier in meinem Blog vorgestellt. Und hätte nicht gedacht, dass ich es noch einmal “hervorkramen” würde. Und vor allem hätte ich mir nicht ausmalen wollen, warum ich es noch einmal vorstelle: Während mich im letzten Jahr die Adaption der Romanvorlage schwer beeindruckt hatte und mich die Zeichnungen, die Umsetzung und die Stimmung schier umwarfen, stelle ich Die Wolke heute aus Aktualitätsgründen vor. Traurig genug. Lesen! Heute mehr als gestern!

Hier geht es zu einer Leseprobe von Die Wolke von Anike Hage.