Ein Buch zum sehr viel Nachdenken habe ich gerade gelesen. Der Schrei des Löwen heißt es. Geschrieben hat es Ortwin Ramadan. Es ist die Geschichte des 16-jährigen Yoba und seinem autistischen Bruder Chioke. Die beiden leben in Nigeria im Westen Afrikas, einem Land das von der jahrelangen Militärdiktatur, einer hohen Kriminalitätsrate und vor allem sehr viel Armut gekennzeichnet ist. Ihr Leben verbringen Yoba und Chioke auf der Straße und schlagen sich irgendwie so durch. Wobei man sich allerdings kaum vorstellen kann, WIE sie das machen. Yoba und Chioke sind bettelarm und haben eigentlich von allem viel zu wenig. Außer von ihrem unbändigen Willen und der Hoffnung, dass es auf einem Kontinent, der sich Europa nennt, irgendwie besser ist.

Deshalb kommt der örtliche Gangsterboss, der Yoba einen Auftrag und viel Geld verspricht, auch wie gerufen. Als Yoba dann plötzlich in den Besitz einer Tasche mit Geld gelangt, ist das die große Chance: Er löst bei einem Menschenschleuser ein Ticket nach Europa. Wie so viele andere wollen die Brüder es auf eines der Flüchtlingsboote nach Sizilien schaffen. Doch der Weg dorthin ist steinig. Und vor allem sehr gefährlich.

Das Buch ist ganz, ganz toll. Weil es ein Thema aufgreift, von dem wir regelmäßig in den Nachrichten hören, das wir aber kaum greifen können, weil es so unvorstellbar, so weit weg ist. Und mit Der Schrei des Löwen von Ortwin Ramadan kriegen wir diese ganz tragische und traurige Problematik afrikanischer Flüchtlinge doch irgendwie zu fassen. Sehr, sehr lesenswert!