Was zum Lachen, Fremdschämen und Selbstfinden gefällig? Dann habe ich hier eine Buchempfehlung für Euch! Katrin Bauerfeinds Bestseller Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag: Geschichten vom schönen Scheitern, das im Mai 2014 erschien, ist für meinen Kurzurlaub am vorletzten Wochenende auf meinen e-Book-Reader gewandert. Einfach gut! Es ist sehr SEHR schön und beruhigend, von Menschen zu lesen, die selten perfekt manikürte Nägel haben, rot werden und im Alter von 30 noch keinen 10-Jahres-Plan aufgestellt haben. Katrin Bauerfeind bringt es auf den Punkt: Scheitern ist wichtig. Was wird aus “Lerne aus Deinen Fehlern”, wenn man keine Fehler mehr machen darf? Auf Fehler veranstaltet unserer Gesellschaft nämlich gerade eine radikale Hetzjagd, meist sogar, ohne, dass es uns bewusst wird – es gibt Seminare von Scheiterern fürs Nichtscheitern, Youtube-Videos für den perfekten Fischgrätenflechtzopf, Tutorials für Halloween-Verwandlungen à la Heidi Klum, Apps für Rezepte und Einkaufslisten (fehlt nur noch die Angabe des Regals, in dem das Gesuchte steht) und, und, und. Die Bewahrung der Menschheit vorm Scheitern ist ein riesiger Markt mit der größten Zielgruppe überhaupt. Wir wollen alle nicht scheitern. Wir dürfen nämlich nicht. Besonders meine Generation (Hallo Generation Y!) hat so viele Möglichkeiten vor der Nase, dass Scheitern eigentlich nicht drin ist.

“Wir haben mehr offene Türen als ein Adventskalender, aber am Ende eben magentafarbene Haare…”
– Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag von Katrin Bauerfeind.

Erst habe ich mich bei dieser Buchempfehlung ein bisschen am Titel gestoßen – ich würde das, was Katrin Bauerfeind beschreibt, nicht Scheitern, sondern einfach Leben nennen. Aber ich unterstelle ihr mal, dass sie eigentlich genau das damit sagen will. Oder was meint Ihr? Warum ich mich da so wiederfinde? Und warum ich hoffe, dass Ihr Euch auch darin findet? Ihr müsst nun nicht eins zu eins mit dem übereistimmen, was Katrin Bauerfeind über verschiedene Themen denkt. Das ist bei mir auch nicht so. Aber letztendlich geht es ihr (und mir auch, mit dieser Buchempfehlung) darum, dass Scheitern legitim ist. Man sollte ausprobieren dürfen, ob man lieber Topmodel oder Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und MontagLöwenbändiger werden will, man sollte jeden Monat eine neue absolut fantastische Geschäftsidee, ein Traumreiseziel, einen Namen für sein Ungeborenes, ein Lieblingstier oder einen Berufswunsch haben. Gern auch alles gleichzeitig, es sollte immer ein “und” gestattet sein und nicht nur ein “das und nichts anderes”. Manche Menschen haben mit einem Ausnahmetalent – malen, schreiben, komponieren – etwas, das sie antreibt. Das kann ein Fluch sein – sie wollen und können nicht anders – oder aber ein Segen: Sie müssen gar nicht erst überlegen, was sie eigentlich wollen. Ottonormaltalente müssen erst einmal schauen, was sie eigentlich können und wo man das dann am besten einsetzt. Aber woher weiß ich, was ich kann? Das erfahre ich doch nur, wenn ich es ausprobiere – und oftmals ist es doch eher so, dass man erst herausfindet, was man NICHT kann. Und nicht auf Anhieb, was man auf jeden Fall kann. Das gilt für den Beruf und auch im Privatleben – im Regelfall stelle ich in gescheiterten Beziehungen fest, was ich für ein Beziehungsmensch bin und was ich an einem Partner nicht mag oder tolerieren kann. Warum also das Scheitern so negieren? Warum sich dessen schämen, was uns letztendlich zu dem Menschen macht, der wir sind?

“Ist Scheitern erst wirklich Scheitern, wenn man maximal gescheitert ist, und wer legt das fest? (…) Ich scheitere vorwiegend auf niedrigem Niveau. Warum habe ich das Gefühl, ich wäre deshalb schon wieder gescheitert? Nicht mal richtig scheitern kann ich. Scheitern am Scheitern. Müsste ich einfach noch besser sein im Scheitern? Zumindest besser als die anderen?” –  Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag von Katrin Bauerfeind.

Ob nun auf hohem oder niedrigem Niveau gescheitert wird – alles kann passieren. Und nichts (fast nichts) davon bedeutet das Ende der Welt. Ich habe Katrin Bauerfeinds Buch gern und mit einer gewissen Portion Erleichterung gelesen. Was ich Euch sagen möchte: Scheitert! Und habt Spaß dabei. Jedenfalls überwiegend. Am Ende war’s immer zu irgendetwas gut. Und sei es, dass man erkennt, dass einem für all seine Vorhaben ein Tag zwischen Sonntag und Montag fehlt.

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