Ein Klassiker zum Wochenstart – Anne auf Green Gables (und alle Folgebände). Ein tolles Kinderbuch. Und für alle, die es noch nicht kennen: Buchempfehlung! Absolut! Ich hatte richtig übel schlechte Laune am Wochenende. Leider hatte ich nicht so wirklich einen Grund – kennt Ihr das? Auf jeden Fall brauchte ich dringend eine kleine Buchtherapie, irgendwas, was richtig happy macht. Den Sonntag Nachmittag hatte ich mal komplett frei, ein bisschen Menge Zeit, um unterzutauchen. Also wurde überlegt – welche Buchszene, welche Protagonisten, welche Geschichte hat mich mal wirklich richtig glücklich gemacht? Was hat so nachgeglüht, dass schlechte Laune für eine lange Zeit passé war? Klar, da fallen einem jede Menge Bücher ein. Wenn man allerdings grundlos bockig ist, wie ein Kleinkind, tendiert man irgendwie dazu, seine Erinnerungen nach einem Buch “von früher” zu durchforsten, tröstlich wie Mamas Umarmungen. Ich musste tief in meine Bücherkisten greifen – aber es hat sich gelohnt!

Anne ist mutig, trotzig, schön, rothaarig und selbstlos – ein absolutes Vorbild für junge Mädels, finde ich. Die Geschichte von Anne und Gilbert nimmt ja keinen besonders viel versprechenden Anfang. Man kann sich kaum vorstellen, dass Dickkopf Anne irgendwann ihre Meinung ändern und Gilbert seine unbedachte Bemerkung verzeiht. Er mag sie, er mag sie auch weiterhin, er mag sie immer noch (obwohl sie echt unzugänglich ist), sie beginnt, ihn zu mögen, kann es sich aber nicht eingestehen und so weiter… irgendwann fragt der Leser sich erschrocken: ist es jetzt zu spät? Als dann endlich versöhnliche Worte von Anne kommen, ist es nicht nur für den schwer verliebten, vom Leben gerade ganz schön gebeutelten Gilbert eine Erlösung. Die Folgebände berichten übrigens keineswegs über Friede, Freude, Eierkuchen, sondern skizzieren das Leben mit allen Höhen und Tiefen. Aber ich brauchte nur dieses magische Zusammentreffen der beiden, gerade noch rechtzeitig, diesen Moment, in dem irgendwie alles gut wird, der einem das Herz schneller schlagen lässt, nach dem man mit einem Lächeln das Buch zuklappt. Danke, liebe Lucy Maud Montgomery! Was für eine schöne Story!