Am 27. April 2016 erschien mit „Tenebris – Die Allianz der Schattenjäger“ der erste Band einer neuen Fantasy-Reihe im FISCHER Sauerländer-Verlag. Der Titel stammt aus der Feder von Dave Rudden und ist sein erstes Buch für junge Leser. In der Literatur ist er jedoch kein unbeschriebenes Blatt: Bereits seine im Studium verfassten Gedichte und Kurzgeschichten sind für diverse Preise nominiert worden. In Tenebris stecken 352 Seiten voll mit seinem Talent und versprechen eine Mischung aus Action und Fantasy.

 

Das Vermächtnis der Hardwicks

Der dreizehnjährige, eher ruhige Denizen Hardwick verbrachte seine bisherige Kindheit in einem abgelegenen Waisenhaus in Irland. Bis auf den ebenfalls sehr zurückhaltenden Simon nennt er jedoch nur Bücher seine Freunde. Seine Familie hat er nie kennengelernt. Umso verblüffter ist er, als der unausstehliche Leiter des Waisenhauses einen Brief von Denizens Tante bekommt. Im Brief schreibt sie, dass sie den Jungen kennen lernen will und er einige Tage bei ihr bleiben wird. Denizen selbst ist natürlich hin und hergerissen: Die  Freude, eine Familie zu haben, und die Enttäuschung, bisher keinen Mucks von ihr gehört zu haben, drohen ihn innerlich zu zerreißen. Als dann ein Mann kommt, um ihn abzuholen, fährt Denizen dennoch mit, fest entschlossen seine Tante zur Rede zu stellen.
Doch es kommt ganz anders als erwartet: Bereits während der Autofahrt öffnet sich direkt vor Denizen Augen die Realität. Ein riesiger schwarzer Riss mitten im Nichts, durch den ein engelhaftes Monster steigt. Für Denizens Chauffeur Grey anscheinend ein gewohnter Anblick, für den Jungen allerdings ein wahr gewordener Albtraum. Genau wie es Denizen aus seinen Fantasy-Romanen kennt, stolziert Grey, eines Ritters gleich, mit einem Schwert auf das Ungetüm zu und streckt es schließlich mit Magie nieder. Fassungslos über diesen Anblick, gegen den sich nicht nur Denizens Verstand, sondern auch die Realität selbst zu wehren scheint, findet er erst im Anwesen seiner Tante wieder Worte. Aber nicht nur das: Aufgewühlt von diesen Eindrücken und den stechenden Fragen zu seiner Familie, sprudelt plötzlich brennend heiße Magie aus all seinen Körperöffnungen.
Grey und seine Tante Vivian lüften daraufhin das Geheimnis: Sie gehören zur Schattenallianz und haben allesamt eine besondere Gabe, die auch Denizen geerbt hat. Ihre Körper sind mit dem Schattenreich verbunden und sie können die Macht dieses Reiches nutzen, um Dämonen zu bekämpfen, die sich in unsere Welt verirren.
Natürlich ist Denizen fassungslos, immerhin wirft diese Tatsache nur noch mehr Fragen auf. Und das schlimmste: Die für Denizen wichtigen Fragen – wie seine Eltern gestorben sind und wer sie waren – bleiben weiterhin unbeantwortet. Dabei scheint seine Tante Vivian Hardwick deutlich mehr zu wissen, als sie Preis geben möchte. Mehr noch: Denizen vermutet, dass seine Tante sogar dabei war, als seine Eltern gestorben sind. Doch wie kann er das Geheimnis aus dem sturen Dickschädel seiner Tante entlocken? Muss er vielleicht erst selbst ein anerkannter und erfolgreicher Schattenjäger werden und sich ihren Respekt verdienen?

 

Einer unter Vielen

Denizen Hardwick ist ein sehr menschlicher und nahbarer Charakter, der in genau den richtigen (oder eher gesagt falschen) Situationen das richtige sagt. Er ist kein typischer Held und selbst wenn ihm etwas Herausragendes gelingt, hebt er nicht ab. All seine Entscheidungen und Gedanken sind klar und schlüssig nachzuvollziehen, was ihn wirklich sehr sympathisch macht. Das Sahnehäubchen sind witzige und sehr charmante Kommentare, die er in Gefahrensituationen sagt oder denkt.
Denizens Tante Vivian Hardwick, ist ihm gegenüber das krasse Gegenteil. Nicht nur, dass sie verschlossen und mürrisch ist. Sie ist vor allen Dingen auch eine Einzelgängerin, die ihre Mitstreiter ständig im Dunklen tappen lässt. Dennoch, nicht zuletzt aufgrund ihrer vergangenen Taten in der Allianz, genießt sie hohes Ansehen. Und das sogar über die Allianz hinaus bei den Dämonen. Und obwohl Vivian dank ihrer überragenden Fähigkeiten den Titel Malleus tragen darf und eine ganze Armee führen dürfte, gibt sie sich mit ihrem kleinen Kader zufrieden.
Grey wird im Laufe des Buches zu einem sehr guten Freund von Denizen und zu dessen Mentor. Denizen hat es nicht zuletzt Grey zu verdanken, viel über die speziellen Mächte und die Schattenwelt „Tenebris“ zu erfahren. Grey selbst zählt zu den besten Schattenjäger im Kader und ist Vivian direkt untergestellt.

 

Gerne mehr davon!

„Tenebris – Die Allianz der Schattenjäger“ ist ein wahnsinnig gut zu lesender Fantasy-Epos. Der Schreibstil in Kombination mit den überwältigend gut gesetzten Spannungsbögen lässt einen diesen Titel in kürzester Zeit verschlingen. Ich hab mich anfangs zwar vom Cover abschrecken lassen, aber Tenebris ist ein tolles Beispiel dafür, dass es eben doch auf die inneren Werte ankommt. Auf jeden Fall lesenswert! Hier geht’s zum Buch >> „Tenebris – Die Allianz der Schattenjäger

Liebe Grüße
Niels von mein Lesetipp