Inhalt: 
Stell Dir vor, Du wachst jeden Tag im Körper eines anderen auf. Mal bist Du männlich, mal weiblich. Mal blond, dann brünett. Einen Tag bist Du drogenabhängig, am anderen Tag bist Du Captain der Cheerleadermannschaft. Jeden Tag bist Du jemand anderes und irgendwie auch nicht. Du bist ein ungeladener Gast, borgst Dir anderer Leute Leben. Doch welches Leben ist Deines? Wie fühlt es sich an, jemand zu sein und gleichzeitig niemand? Dies ist die Geschichte von A. Seit er denken kann, erwacht er jeden Morgen im Körper eines anderen Menschen und hat sich damit abgefunden, immer nur Teilnehmer auf Zeit zu sein. Bis er auf Rhiannon trifft.

Meine Meinung:
„Letztendlich sind wir dem Universum egal“. Ein ungewöhnlicher Titel, der sofort meine Aufmerksamkeit anzog. Der Klappentext lässt darauf schließen, dass Inhalt und Titel übereinstimmen und so landete dieses Buch alsbald in meinen Fingern.

Der Autor, dessen Name mir unter anderem durch seine Zusammenarbeit mit John Green bekannt war, schreibt mit viel Einfühlungsvermögen. Themen wie Homosexualität, Selbstfindung und das Erwachsenwerden, sowie die Frage, was Liebe wirklich bedeutet, werden dem Leser eindrücklich näher gebracht. Vor allem die beiden Erstgenannten gehören in der Mehrzahl der Jugenbücher eher zu den Raritäten.

MeinLeseTipp-Cover-LetztendlichSindWirDemUniversum

Was unterscheidet dieses Buch also konkret von anderen seiner Art? Im Wesentlichen ist es wohl die Andersartigkeit dieser Geschichte und das Talent des Autors, seinen Lesern aus dieser Situation heraus viel Platz für eigene gedankliche Spaziergänge anzubieten. David Levithan erzählt seine Geschichte zwar mit einer sehr angenehmen Klarheit, dennoch bleibt viel ungesagt.

Protagonist A, der jeden Tag im Körper eines anderen Menschen aufwacht, wird zwar als geschlechtslos beschrieben, war für mich aber eher männlich. Dieses Gefühl liegt vermutlich einfach der Tatsache zu Grunde, dass wir A als erstes im Körper eines Jungen erleben. Für mich war es absolut beeindruckend mitzuverfolgen, wie dieser Protagonist sich seiner „Lage“ absolut bewusst ist und sie einfach akzeptiert. Wir neigen ja dazu, für alles einen Grund zu suchen, eine Erklärung zu fordern. Den Dingen ihren Lauf lassen und sie nehmen, wie sie kommen, darin sind nur wenige gut. Das Gefühl keinen eigenen Körper zu besitzen, immer nur ein Gast zu sein und trotzdem eine ganz ausgeprägte eigene Persönlichkeit zu haben, mit Wünschen und Ängsten, war für mich greifbar und nah. Komplex und absolut authentisch dargestellt, folgte ich trotz offensichtlich mangelnder Spannungshighlights fasziniert den Geschehnissen. Es passiert nichts und doch so viel. Die ganze Zeit über fragte ich mich, WAS genau A jetzt ist. WER er ist, stand nie zur Diskussion.

Die interessante Frage, ob wir jemanden wirklich seiner selbst willen lieben können, und nicht wegen seiner Hülle, nimmt einen Großteil der Handlung für sich ein. Zählen wirklich nur die inneren Werte?

Das Ende ist gespickt mit Andeutungen und lässt uns Leser ein wenig in der Luft hängen. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Informationen gewünscht. Nichtsdestotrotz kann ich mit diesem Ende sehr gut leben. Es ist eben, wie es ist. Die Welt dreht sich weiter, auch wenn wir noch nicht so weit sind.

Fazit:
David Levithan führt seine Leser auf eine Reise durch die verschiedensten Gefühlswelten der Menschen. Protagonist A, der sich äußerlich täglich verändert, im Kern aber derselbe bleibt, gibt dabei einen hervorragenden Reiseführer ab. Eine Geschichte, die durch ihre Andersartigkeit besticht und von der ich behaupten mag, dass ich so etwas in dieser Form noch nie zuvor gelesen habe. Berührend, komplex und mit einem gewissen Augenzwinkern, lässt uns David Levithan wissen, dass wir dem Universum letztendlich doch irgendwie wumpe sind. Und das ist gut so.

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