Der Roman „Best Friends – So wie wir sind“ ist am 25. August 2016 im FISCHER Krüger Verlag erschienen. In ihrem Debütroman beschreibt Emily Gould das Leben von Bev und Amy – beste Freundinnen, deren Freundschaft durch unerwartete Entwicklungen auf eine harte Probe gestellt wird.

Inhalt

Bev und Amy sind knapp dreißig und leben in New York. Nach einem ersten guten Job in einem Verlag, bei dem sie sich vor Jahren kennenlernten, hat sich ihr Leben allerdings in eine andere Richtung entwickelt. Bev muss sich mit Jobs bei einer Zeitarbeitsfirma über Wasser halten und ganz nebenbei auch noch die Schulden ihres Studentendarlehens zurückzahlen. Amy hat immerhin einen festen Job in einer Online-Redaktion, ist allerdings eher gelangweilt von ihrer Arbeit und schreibt den Großteil des Tages private Nachrichten. Der Traum von einem sorglosen Leben in New York mit einem gut bezahlten Job, einer schicken Wohnung und einem tollen Freund scheint für beide in weite Ferne gerückt zu sein. Als Bev dann auch noch ungewollt schwanger wird und Amy sowohl Job als auch Wohnung verliert, scheint ihre Freundschaft dieser Belastung nicht gewachsen zu sein. Wie werden die beiden mit dieser Situation umgehen?

Schwierige Charaktere

„Eine scharfsinnige, melancholische, großartig unversöhnliche und bemerkenswert lustige Erkundung einer Freundschaft.“ – So beschreibt der Klappentext die Geschichte von Emily Gould. Und das trifft ihren Schreibstil ziemlich gut. Die Autorin taucht so tief in die Freundschaft von Bev und Amy ein, dass es schon beinahe unangenehm wird. Auch die unschönen Charakterzüge und egoistischen Gedanken beschreibt sie ehrlich – ohne zu beschönigen. Das führt im ersten Moment dazu, dass einem die beiden – ganz besonders Amy – stellenweise unsympathisch werden. Doch je länger man liest – und je ehrlicher man zu sich selbst ist –, desto mehr kann man sich als Leser mit den beiden identifizieren. Man fühlt sich beinahe ein wenig ertappt, denn wer hat nicht selbst manchmal diese Gedankengänge, die besser niemand hören sollte?

Bild eine Freundschaft

Gould ist es gelungen, ein intensives und ehrliches Bild einer Freundschaft zu zeichnen. Sie beschreibt sowohl die schönen und leichten Momente als auch die schwierigen. So zeigt sie auf, was eine Freundschaft alles kann, aber auch, wo ihre Grenzen liegen. Denn schlussendlich müssen Bev und Amy ihre Entscheidungen selbst treffen. Vor allem aber erkennt man in Goulds Roman die Möglichkeit, dass eine Freundschaft sich verändert und wächst – so wie es vielleicht keine von beiden erwartet hat. Dazu passt auch das Ende des Romans, das auf den ersten Blick etwas konstruiert wirkt, aber vor allem die Hoffnung lässt, dass eine solche Freundschaft, wie Bev und Amy sie haben, auch Phasen des Egoismus und der Veränderung überstehen kann.

Fazit

Ein Buch, das auf den ersten Blick leicht und lustig daherkommt, den Leser am Ende jedoch nachdenklich zurücklässt. Gould gelingt es, das Gefühl einer Generation einzufangen. Die sogenannten Millennials oder auch Digital Natives – eine Generation, die durch stetigen Wandel und Veränderung mit 30 noch lange nicht angekommen ist und vielleicht gerade deshalb mehr als andere auf Freundschaften, wie zwischen Bev und Amy, angewiesen ist. Eine klare Leseempfehlung für alle, die Lust auf eine lustige und trotzdem nicht seichte Geschichte über Freundschaft haben.

 

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