Es gibt Bücher, die sind zum Lachen. Es gibt Bücher, die einen in eine fantastische Welt entführen. Es gibt Bücher von Liebe und von Hass. Und dann gibt es noch welche, die einen berühren. Wie  „Der Junge im gestreiften Pyjama“ von John Boyne.

Ich habe des Buch letztes Jahr im Zug gelesen, als ich auf dem Weg zu meinen Eltern war, um dort Weihnachten zu verbringen. Hätte ich gewusst, dass mich dieses Buch so beschäftigen wird, hätte ich es sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt angefangen. Nicht an einem Feiertag. Ich glaube, mich hat selten ein Buch so berührt, dass ich noch tagelang darüber nachdachte. Aber dieses tat es – nicht nur wegen seiner Geschichte. Sondern liess es mich vor allem darüber nachgrübeln, wie doch Zufälle unser Leben verändern können.

Erzählt wird das Buch aus der Sichtweise von dem neunjährigen Bruno aus Berlin. Sein Vater ist bei der SS und wird versetzt: nach Auschwitz. Dort beziehen sie ein Haus, mit freier Sicht auf die Baracken des Konzentrationslagers. Was dort genau vor sich geht, versteht Bruno nicht. Seine kindliche Art mit dem ganzen Drumherum umzugehen, ist auf der einen Seite sehr lustig, auf der anderen Seite lässt es einem aber einen kalten Schauer über den Rücken laufen.

Als Bruno sich vor lauter Langeweile aufmacht um die Gegend zu erforschen, trifft er am Zaun auf einen Jungen, der den ganzen Tag einen Pyjama tragen darf. Es entwickelt sich eine zaghafte Freundschaft, die  Bruno wie eine Flucht aus seinem Alltag erscheint. Sie reden über Gott und die Welt – und Bruno lässt nicht locker, auch einmal die andere Seite des Zaunes sehen zu dürfen.

„Der Junge im gestreiften Pyjama“ erschien im Fischer Verlag und wurde 2008 verfilmt.