Die Lügen und Intrigen des Londoner Nobelbezirks „Belgravia“

Das neue Werk von Julian Fellows erfüllt genau die Erwartungen der Leser: Wie auch in „Downton Abbey“ oder „Snobs“ thematisiert er auch hier die Unterschiede der gesellschaftlichen Klassen, um die Wirkungen und Bedeutungen des sozialen Status zu verdeutlichen. Wie in seinen anderen Werken nimmt uns Fellow auch hier mit auf eine Zeitreise in das London Mitte des 19. Jahrhunderts. 

Auch hier dreht sich alles um die dramatische Geschichte einer Familie, die mitten ins Netz zahlreicher Lügen und Intrigen gerät: Die Kaufmannsfamilie Trenchard beliefert während des Krieges die englische Armee mit Proviant und schafft es dadurch, in die hohe Gesellschaft aufgenommen zu werden. Zu neuem Ruhm und Glanz erkoren werden sie nun von der Herzogin von Richmond zu einem gesellschaftlichen Event eingeladen. Selbstverständlich verliebt sich die Spreu und der Weizen ineinander, und es kommt zusammen, was nach Meinung der Herzogin und vieler anderer nicht zusammen gehört – und so stellt sich das Drama, die Lügen und Intrigen ein.

Story und Schreibweise von Julian Fellowes

Auch in „Belgravia“ zeichnen sich die Charaktere oft durch die nicht vorhandene Sympathie aus – nahezu dumm und arrogant schaffen es die Figuren sich mit ihrem unverdienten Reichtum unbeliebt zu machen. Der Schreibstil ist wie von Fellow nicht anders zu erwarten, wieder sehr gut. Mit dem Witz und Zynismus schlägt er hier allerdings ab und zu ganz gerne mal über die Stränge – auch die Dramen sind relativ vorhersehbar. Der Leser bekommt genau das, was man auch erwartet. Ob das nun als gut oder schlecht zu bewerten ist, hängt glaube ich von jedem Leser selbst ab. Die historische Szenerie ist wie immer wunderschön beschrieben.

Meine Meinung über den Historienroman „Belgravia“ von Julian Fellowes

In die Fußstapfen von „Downton Abbey“ kann „Belgravia“ nicht treten – trotzdem ist es meiner Meinung nach ein schöner Roman. Für alle, die auf historische Dramen stehen, ist dieses Buch durchaus zu empfehlen – und perfekt geeignet für verregnete Wochenenden unter der Kuscheldecke! Doch Vorsicht: Für gute Laune sorgt die Geschichte von gescheiterten Luftschlössern nicht unbedingt, auch wenn Fellow eine recht amüsante Schreibweise hat. 

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